Wie lässt sich der Krankenstand im Unternehmen senken?

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Durch gezielte betriebliche Gesundheitsförderung können Unternehmen den Krankenstand aktiv senken, damit verbundene Kosten sparen und gleichsam ihre Produktivität aktiv steigern. Aus Sicht der Wissenschaft hat sich längst bewiesen, dass betriebliche Gesundheitsförderung mehr bringt als es kostet – und somit einen lohnenswerte Investition ist.  

Natürlich lassen sich niemals alle krankheitsbedingten Ausfälle von Mitarbeitern vermeiden. Besonders Arbeitsunfähigkeit von kürzerer Dauer wegen saisonalen Erkältungs – und Grippewellen lassen sich kaum vermeiden.  

Andererseits lässt sich der Krankenstand durch betriebliches Fehlzeiten – Management aktiv senken – indem man aktiv vorbeugt und somit viele längerfristige Krankschreibung verhindert.  

Unternehmen müssen dabei vier Bereiche und Prozesse möglichst so optimieren, dass sie möglichst arbeitnehmerfreundlich

Bereich 1: Maßnahmen durch den Vorgesetzten 

Es gibt einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Führungsverhalten von Vorgesetzten und den Fehlzeiten ihrer Mitarbeiter. Führungskräfte prägen im Unternehmen die Einstellung, die Mitarbeiter zu Ihrer Arbeit haben. Vorgesetzte haben also eine direkte Vorbildfunktion.  

Darin steckt aber auch großes Potenzial: Stößt Vorgesetzte selbst Verbesserungen am Arbeitsplatz an, etwa indem er sich für ergonomische Arbeitsmittel einsetzt, wird dies als positiv wahrgenommen.  

Bereich 2: Unternehmenskultur und Betriebsklima

Das wohl wirksamste Mittel betrieblichen Fehlzeitmanagements ist eine Unternehmenskultur, die von sämtlichen Mitarbeitern akzeptiert und mitgetragen wird. Dies bildet die Basis für eine dauerhafte Senkung des Krankenstandes im Betrieb. Die Unternehmenskultur sollte dabei folgende Aspekte besonders im Blick haben: 

  • Moderne Unternehmenskommunikation, die bei Mitarbeitern auf Akzeptanz stößt 
  • Offene Information und Kommunikation 
  • Fairness 
  • Berücksichtigung der Individualität der Mitarbeiter 
  • Ausreichende Handlungsspielräume für Mitarbeiter 
  • Eigenverantwortung bei der Arbeit 

Bereich 3: Unmittelbare gesundheitliche Maßnahmen 

Durch die feste Verankerung des Prinzips der Ergonomie in den Arbeitsalltag lässt sich die Anzahl der Muskel-Skelett-Erkrankungen langfristig und effektiv reduzieren. Bedenkt man, wie schwerwiegend die Ausfälle durch diese Art von Erkrankungen sind, lässt sich durch ergonomische Arbeitsplatzgestaltung der Krankenstand besonders effizient senken.  

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Ergonomie ist ein Teilbereich der Arbeitswissenschaft, bei dem sich alles um die Anpassung von Arbeitsbedingungen an den Menschen, seine Bedürfnisse, sein Verhalten und seinen Körper dreht. 

Dabei stehen der Schutz und das Wohlbefinden des einzelnen Menschen am Arbeitsplatz im Vordergrund. Schon kleine Anpassungen können etwa in einem Bürojob  Belastungen vorbeugen, Rückenschmerzen vermeiden und lange andauernde Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems verhindern. 

Ergonomie trägt effektiv dazu bei, den Krankenstand zu senken.

Bereich 4: Personalpolitische Maßnahmen 

Durch gezielte Maßnahmen im Bereich Personal können Unternehmen den Krankenstand nachhaltig und effektiv senken. 

  1. Betriebliches Eingliederungsmanagement: Generell sind Arbeitgeber in Deutschland zum sogenannten betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) verpflichtet, wenn ein Arbeitnehmer in 12 Monaten an mehr als 42 Kalendertagen (30 Werktagen) arbeitsunfähig war. Der Arbeitgeber muss dann entsprechende BEM-Maßnahmen anbieten. Der Angestellte kann jedoch frei entscheiden, ob er an den Maßnahmen teilhaben möchte. Was es mit betrieblichem Eingliederungsmanagement auf sich hat, erfahren Sie weiter unten. 
     
  2. Wiedereingliederung: Im Vergleich zum betrieblichen Eingliederungsmanagement ist Wiedereingliederung für Arbeitgeber eine freiwillige Maßnahme. Auch hier gilt: Ein Arbeitgeber kann Mitarbeitern, die in den vergangenen 12 Monaten insgesamt mehr als an mehr als 42 Kalendertagen (30 Werktagen) krankgeschrieben waren, freiwillige Maßnahmen anbieten. Ziel ist es, dem Arbeitnehmer noch während seiner Krankschreibung stufenweise in den Job zurück zu helfen. Mehr dazu erfahren Sie an späterer Stelle. 
     
  3. Krankenrückkehrgespräche bzw. Fehlzeitengespräche: Gespräche mit Angestellten nach deren Rückkehr aus der Arbeitsunfähigkeit sind eine kostengünstige und effiziente Stellschraube, um im Unternehmen den Krankenstand langfristig zu senken. Ziel solcher Gespräche ist es, Mitarbeitern in vertrauensvoller Atmosphäre eine Möglichkeit zu geben, die Ursachen ihrer Krankschreibungen preiszugeben – ohne vom Arbeitgeber abgestraft zu werden. Solche Gespräche können nicht nur Vertrauen zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten schaffen. Vielmehr noch ermöglichen sie dem Arbeitgeber wertvolle und tiefe Einblicke, die zur Verbesserungen im Betrieb genutzt werden können.
 
Krankenstand und Ergonomie hängen zusammen. Weder unser Körper noch unsere Psyche sind dazu gemacht, viele Stunden lang kleine, sich wiederholende Bewegungen vor einem Bildschirm zu machen.