Was ist das Ulnarisrinnensyndrom?

Das Ulnarisrinnensyndrom – auch bekannt als Sulcus-ulnaris-Syndrom oder Kubitaltunnelyndrom – tritt durch Druck oder Irritation des Ulnarisnerves an der Innenseite des Ellenbogens auf. Vielleicht kennen Sie diese Stelle unter dem Begriff “Musikantenknochen”.

Der Nerv verläuft im Gewebetunnel nahe dem Ellenbogen, der sowohl den Ringfinger als auch den kleinen Finger versorgt. Sie kennen es vielleicht: Wenn man sich den Ellenbogen stößt, z.B. auf einer harten Unterlage, zieht der Schmerz durch den ganzen Arm. Der Nerv liegt an dieser Stelle relativ ungeschützt im Arm.

Der Ulnarisnerv sendet Impulse zu den Muskeln im Unterarm und der Hand. Unter anderem sorgen diese Nerven-Impulse für die Beweglichkeit des Ringfingers, des kleinen Fingers, und der Handfläche unterhalb dieser Finger.

Eine typische Verletzung des Ulnarisnerves ist die Reizung des Gewebes rund um den Nerv, wodurch dieser in seiner Funktion gestört wird. In dem Fall leiden Sie an einem eingeklemmten Nerv im Ellenbogen. Glücklicherweise ist diese Verletzung recht leicht zu behandeln. Mehr darüber erfahren Sie unten.

Quelle: Apotheken.de

Symptome des Ulnarisrinnensyndroms

Es gibt viele Möglichkeiten, wie und wann eine Verletzung des Ulnarisnervs auftreten kann. Die meisten Menschen, die daran leiden, können nicht genau sagen, wann die Schmerzen das erste Mal auftreten sind und wie sie sich am Ellenbogen verletzt haben. Einfach gesprochen: Menschen tendieren dazu, die Krankheit erst dann wahrzunehmen, wenn bereits Schmerzen in Hand oder Arm auftreten.

Die Verletzung tritt – wie schon erwähnt – durch einen eingeklemmten Nerv auf, wodurch Schmerzen ausgelöst werden.

Zu den Symptomen zählen außerdem:


– Taubheit und Kribbeln im Ringfinger und im kleinen Finger. Dieses Gefühl kommt und geht, tritt aber vor allem auf, wenn der Ellenbogen gebeugt ist, also z.B. beim Telefonieren.


– Einschlafen von Ringfinger und kleinem Finger. Meist tritt dieser Zustand auch bei gebeugtem Ellenbogen auf. Manchmal kann es sogar schwierig sein, die Finger zu bewegen.


– Das Aufheben von Gegenständen kann schwierig sein, da die Kraft in den Fingern fehlt. Es fühlt sich an, als wäre ein Nerv in Ihrer Hand eingeklemmt. Zudem kann die Koordination erschwert sein, wodurch z.B. das Tippen auf einer Tastatur oder das Klavierspielen schwierig wird. Diese Symptome treten typischerweise im fortgeschrittenen Stadium auf.


– In schweren Fällen können sich die Muskeln in der Hand auch versteifen. Sobald das passiert, ist der Zustand nicht mehr umkehrbar. Deshalb sollten Sie einen Arzt aufsuchen, wenn die Symptome länger als sechs Wochen andauern.


– Der plötzliche Schmerz, der auftritt, wenn Sie sich den „Musikantenknochen“ im Ellenbogen anstoßen, kommt vom Ulnarisnerv. Wird dieser verletzt, können die Muskeln schwach werden und verringertes Gefühl im Arm auftreten. Dies ist als Ulnarislähmung bekannt.

Darüber hinaus verschlimmern sich die Beschwerden bei vielen Patienten nachts oder im Liegen. Hier kann es helfen, den Arm aus dem Bett hängen zu lassen, um den Schmerz und das Missempfinden zu verringern.

Quelle: Medlexi

Was verursacht das Ulnarisrinnensyndrom?

Der Ulnarisnerv wird meist am Handgelenk oder der Ellenbogeninnenseite eingeklemmt. Insofern können Probleme mit dem Ulnarisnerv auch Schmerzen im Handgelenk auslösen. Meist werden die Probleme durch Stöße und Verletzungen – oft auf der Arbeit – ausgelöst.

Ein erhöhtes Risiko haben Vertreter von Berufen, die häufig vibrierende Werkzeuge verwenden, wie Bohrer, Nagelpistolen etc., da hier häufig langfristige, starke Belastungen auf den Nerv einwirken. Ebenso sind Handwerker diesen Belastungen oft ausgesetzt, also z.B. Tischler oder Maler

Darüber hinaus tragen monotone Bewegungen in unnatürlichen Positionen auch zum Schmerz im Ulnarisnerv bei. Dies betrifft nicht nur Handwerker, sondern auch Büroarbeiter, die täglich vor dem Bildschirm sitzen und die Ellenbogen auf harten Oberflächen ablegen. Wiederholende Bewegungen an einem nicht ergonomisch ausgerichteten Arbeitsplatz können ebenso Verletzungen des Ulnarisnervs auslösen – und damit langfristig Schäden am Nerv.

Hormonelle Veränderungen können die Entstehung des Ulnarisrinnensyndroms ebenfalls begünstigen, da dadurch oft Flüssigkeit im Körper eingelagert wird. Insofern ist das Risiko bei Frauen während und nach der Schwangerschaft deutlich erhöht.

Quelle: Heilpraxis

Behandlung von Ulnarisrinnensyndrom

Das Ulnarisrinnensyndrom tritt häufig auf und oft verschwindet es von selbst wieder. In schweren Fällen kann das mehrere Wochen dauern. Zwar erscheint das Problem zunächst nicht besonders schwer, dennoch ist es wichtig, die richtigen Maßnahmen zu treffen um die Schmerzen nicht zu verschlimmern.

Es ist essenziell, die Arme zu entspannen und alle Belastungen zu vermeiden. So können Sie zum Beispiel ein Headset beim Telefonieren verwenden oder sich nicht mehr auf die Ellenbogen stützen. Zusätzlich ist es entscheidend, die Arme nicht zu häufig zu beugen – sowohl tagsüber als auch nachts. Das kann schwierig sein, aber eine Ellenbogenbandage oder sogar ein Handtuch, das um den Arm gewickelt wird, kann dabei helfen, die Arme gerade zu halten. Sie können die Schmerzen, die durch den eingeklemmten Arm im Ellenbogen entstehen, mit rezeptfreien Schmerzmitteln, z.B. Paracetamol, lindern.

Wenn das Ulnarisrinnensyndrom durch die Nutzung einer Computermaus ausgelöst wird, sollten Sie prüfen, ob Sie die Maus anders verwenden oder eine ergonomische Maus nutzen können, z.B. die RollerMouse. Sie sollten auch Ihre Tastatur genauer ansehen, da deren Neigung einen Einfluss auf die Belastung von Handgelenk und Fingern haben kann.

Wenn die Symptome mehr als drei Monate anhalten, sollten Sie über eine Operation nachdenken. Die Operation gibt dem Nerv mehr Raum, sodass er nicht mehr eingeklemmt wird – und somit Druck garnicht erst entsteht.

Quelle: Liebscher & Bracht

Übungen beim Ulnarisrinnensyndrom

Die Erkrankung tritt auf, weil der Nerv durch Schläge oder Schocks verletzt wird. Diese sind natürlich schwierig durch Übungen zu vermeiden. Deshalb sind Übungen meist erst sinnvoll, wenn Sie eine Operation hinter sich haben und wieder Muskeln aufbauen möchten. Sie sollten einen Übungsplan niemals selbst aufstellen, sondern immer Ihren Arzt oder Physiotherapeuten um Unterstützung bitten.

Die wichtigsten Maßnahmen, um das Ulnarisrinnensyndrom zu vermeiden und zu lindern, sind die folgenden:
– Stöße und Schläge auf den Ellenbogen und Unterarm vermeiden
– Aktivitäten, die einen dauerhaft gebeugten Ellenbogen erfordern, vermeiden
– Schnelle, monotone Bewegungen vermeiden
– Nicht auf den Ellenbogen lehnen oder zu viel Druck auf die Unterarme ausüben

Für ein ergonomisches Arbeitsumfeld sorgen. Mehr über die richtige Einrichtung erfahren Sie hier.

Quelle: Universitätsklinikum Gießen und Marburg