Karpaltunnelsyndrom

Bis zu 10% der Deutschen über 40 Jahren erkranken irgendwann einmal am Karpaltunnelsydrom. Damit zählt es zwar nicht zu den Volkskrankheiten, kommt jedoch trotzdem recht häufig vor. Die Erkrankung tritt hormonell bedingt vor allem bei Frauen auf, da hormonelle Umstellungen, z.B. eine Schwangerschaft, die Einlagerung von Flüssigkeit im Körper begünstigen. Zusätzlich steigt das Risiko am Karpaltunnelsyndrom zu erkranken mit dem Alter.
In diesem Artikel erfahren Sie mehr übers Karpaltunnelsyndrom – unter anderem, wie Sie Schmerzen lindern und vorbeugen. Sie erhalten Informationen zur Entstehung, Behandlung und Vorbeugung der Erkrankung.

Symptome

Was versteht man unter Karpaltunnelsyndrom?

Das Karpaltunnelsyndrom betrifft den Karpaltunnel, einen Bereich im Handgelenk, durch den die neun Sehnen der Hand sowie der sogenannte Mittelnerv der Hand verlaufen.

Die Erkrankung tritt durch Schwellungen im Gewebe auf, wodurch Druck auf dem Nerv lastet und er in seiner Funktion eingeschränkt wird. Das kann zu Irritationen und Entzündungen führen, die als Karpaltunnelsyndrom bekannt sind. Oft verschlimmern sich die Beschwerden übrigens nachts.

Quelle: Gesundheitsinformation

Symptome des Karpaltunnelsyndroms

  • Schmerzen und Kribbeln in den Fingern – besonders oft im Zeigefinger und Mittelfinger
  • Taubheitsgefühl in den vom Mittelnerv (Nervus Medialis) versorgten Bereichen der Hand (Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger, die Hälfte des Ringfingers, die zum Mittelfinger zeigt sowie die Handfläche unterhalb all dieser Finger)
  • Reduzierte Muskelkraft im Daumen und in den anderen betroffenen Fingern
  • Die Beschwerden werden nachts oder in Ruhe schlimmer
  • Schwierigkeiten beim Greifen kleiner Objekte wie Münzen (aufgrund von verringertem Bewegungsradius und geringerer Koordination der Hand).

Quelle: medizinfo (Source for the graphic), Liebscher & Bracht

Wann Sie zum Arzt sollten

Einige Symptome des Karpaltunnelsyndroms machen im Alltag kaum Probleme, daher schieben viele Patienten den Arztbesuch auf, bis es nicht mehr anders geht. Wenn Sie allerdings an dauerhaften Gefühlsstörungen und reduzierter Muskelkraft in der Hand leiden, sollten Sie sofort handeln, denn diese beiden Symptome deuten auf eine starke Beeinträchtigung des Nervs hin. Denn ohne Behandlung kann der Nerv dauerhaft Schaden nehmen – und selbst eine Operation kann diese nicht rückgängig machen.

Quelle: Atos Kliniken

Diagnose des Karpaltunnelsyndroms

Mit einem einfachen Test können Sie zuhause prüfen, ob Sie am Karpaltunnelsyndrom leiden: Beim sogenannten Phalen-Test drücken Sie die Hände aneinander wie beim Gebet und beugen die Handgelenke dadurch stark. So wird der Druck auf den Mittelnerv erhöht. Beim Karpaltunnelsyndrom werden die Finger innerhalb kurzer Zeit (ca. 30 Sekunden) einschlafen. Zudem kann Schmerz auftreten, der bis in den Unterarm ausstrahlt. Wer nicht an der Erkrankung leidet, kann diese Haltung ohne Schmerz oder Missempfinden bis zu 3 Minuten oder länger aushalten.

Der Arzt wird die Diagnose aufgrund des Patientengesprächs stellen und in schweren Fällen auch die Leitfähigkeit der Nerven messen.

Quelle: Focus

Ursachen

Was sind die häufigsten Ursachen für das Karpaltunnelsyndrom?

Ist der Karpaltunnel verengt, erhöht sich der Druck auf den Mittelnerv, der durch den Tunnel verläuft. In diesem Fall treten Schmerzen oder Sensibilitätsstörungen auf, die die Funktion der Hand einschränken.

Es gibt viele Ursachen für eine Verengung des Karpaltunnels. Der häufigste Grund ist eine Entzündung im Gewebe des Handgelenks, die Schwellungen auslöst und damit Druck auf den Nerv ausübt.

Oft gibt es keinen spezifischen Grund für die Entzündung, was natürlich ziemlich frustrierend sein kann. Üblicherweise wird der Arzt prüfen, ob eine Verbindung zu Arthritis oder einer Reizung der Sehnen besteht.

Die häufigsten Gründe für Karpaltunnelsyndrom

  • Reizung der Sehnen
  • Rheumatoide Arthritis
  • Komplikationen eines Knochenbruchs
  • Angeborene Verengung des Karpaltunnels
  • Langsamer Stoffwechsel
  • Schwangerschaft
  • Diabetes
  • Folgen einseitiger Belastung der Hand, z.B. auf der Arbeit (siehe Box unten)

Quelle: Apotheken Umschau

 Karpaltunnelsyndrom mit Bezug zur Arbeit

Das Risiko für ein Karpaltunnelsyndrom steigt durch starke oder einseitige Belastungen der Hand auf der Arbeit:

  • Das Risiko steigt durch dauerhafte Vibrationen an Hand und Arm
  • Müssen die Handgelenke stetig in einer Position verharren, kann das die Entstehung der Erkrankung begünstigen.
  • Eine gesunde Arbeitshaltung sowie regelmäßige Pausen, Dehnungen der Hand und das Verändern der Arbeitshaltung sind empfehlenswert, um der Erkrankung vorzubeugen.
  • Ein ergonomischer Arbeitsplatz ist wichtig, um den Körper zu entlasten.

Source: University of Michigan Health (Englisch)

Zählt Karpaltunnelsyndrom als Berufskrankheit?

Das Karpaltunnelsyndrom ist in Deutschland seit 2015 als Berufskrankheit anerkannt. Damit es jedoch als solche eingestuft wird, muss ein kausaler Zusammenhang zwischen Tätigkeit und Krankheit erkennbar sein. Der Unfallversicherungsträger prüft den Einzelfall und achtet dabei zum Beispiel auf folgende Faktoren:

  • Zeitlicher Zusammenhang (Auftritt spätestens ein Jahr nach Ende der Tätigkeit)
  • Arbeitsschutzmaßnahmen
  • Belastungsintensität und Dauer

Im Jahr 2019 wurden insgesamt 280 Fälle von Karpaltunnelsyndrom in Deutschland als Berufskrankheit eingestuft.

Quelle: Gesetzliche Unfallversicherung

Behandlung

Wie lässt sich Karpaltunnelsyndrom heilen?

1. Ruhigstellung
Zu Beginn der Behandlung ist Ruhigstellung essenziell. Vermeiden Sie alle Aktivitäten, die die Erkrankung verschlimmern könnten, tragen Sie keine schweren Lasten und belasten Sie die Hand generell nicht. Eine Bandage am Handgelenk kann dabei helfen. Sind Sie übergewichtig, kann eine Gewichtsabnahme das Risiko für ein erneutes Auftreten der Erkrankung langfristig senken.
Zusätzlich können Sie Ihr Arbeitsumfeld prüfen und das Risiko während der Arbeit beurteilen. Ist Ihr Arbeitsplatz richtig eingerichtet, z.B. mit einer ergonomischen Tastatur, die für Personen mit Karpaltunnelsyndrom geeignet ist?

2. Kortison-Injektionen
Wenn eine Bandage nicht weiterhilft, kann eine Kortison-Injektion ins Handgelenk der nächste Schritt sein. Dadurch geht die Schwellung rund um den Nerv zurück, wodurch die Symptome des Karpaltunnelsyndroms gelindert werden. Kortison-Injektionen wirken nicht immer beim ersten Mal, weshalb manchmal mehrere Sitzungen notwendig sind.

3. Operation
Wenn Injektionen auch nicht helfen, sollten Sie mit einem Spezialisten über die Möglichkeit einer Operation sprechen. Eine Operation beseitigt die Ursache der Erkrankung und sorgt so für langfristige Heilung, allerdings muss der Arzt entscheiden, ob diese Behandlung für Sie geeignet ist. Nach lokaler Betäubung macht der Arzt einen kleinen Schnitt in das Karpalband, der den Druck vom Karpaltunnel nimmt – und damit auch vom Nerv.

Quelle: Techniker Krankenkasse

Operation bei Karpaltunnelsyndrom

  • Die Operation findet üblicherweise bei lokaler Betäubung statt
  • Dauer: Ca. 20 Minuten
  • Die Operation kann entweder konventionell oder endoskopisch durchgeführt werden
  • Während der Operation durchtrennt der Arzt das Karpalband, um den Karpaltunnel zu weiten und dem Nerv mehr Raum zu geben.

Vorbeugung

Wie kann ich das Karpaltunnelsyndrom vermeiden?

Sie können das Risiko für das Auftreten des Karpaltunnelsyndroms reduzieren, indem Sie sich die Auslöser bewusst machen und den Kontakt mit diesen vermeiden bzw. reduzieren. Liegt die Ursache auf der Arbeit, sollten Sie prüfen, ob bestimmte Arbeitsmittel für Abhilfe sorgen können.

Ein Beispiel: Sie arbeiten im Büro und sitzen täglich mehrere Stunden vor dem Computer. In diesem Fall ist es sinnvoll, sich Gedanken über die Arbeitsposition sowie die Ergonomie von Maus und Tastatur zu machen. Verschiedene Ausführungen dieser Arbeitsmittel reduzieren die Belastung für das Handgelenk.
Zudem sollten Sie sicherstellen, dass Sie einen geeigneten Stuhl sowie einen höhenverstellbaren Tisch benutzen, damit Sie die Arbeitsposition regelmäßig anpassen können. Auch eine ergonomische Maus und ergonomische Tastatur können die Handgelenke bei Karpaltunnelsyndrom entlasten.

Übungen bei Karpaltunnelsyndrom

Es gibt bestimmte (Dehn-)Übungen, die bei der Prävention des Karpaltunnelsydroms helfen können und die sich leicht durchführen lassen – von der Gebetshaltung bis zu Übungen mit einem Ball. Wenn Sie bei der Durchführung der Übungen Schmerzen verspüren oder sich unsicher sind, sollten Sie Ihren Arzt konsultieren.

Quelle: Gelenk Klinik

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